Eine Münze in einer Kapsel oder ein Barren im Blister ist gut geschützt. Viele Münzen und Barren werden aber ohne Verpackung verkauft oder gelagert: in einer Münzröhre, lose in einer Schachtel oder aus der Kapsel genommen, um sie genauer anzusehen. Genau dann passieren die meisten Schäden. Nicht durch Herunterfallen oder Kratzer, sondern durch etwas ganz Kleines: deine Finger.
Warum Finger so schädlich sind
Auf deiner Haut sitzen Fett, Salz und Feuchtigkeit. Bei Gold ist das halb so wild, denn Gold reagiert kaum. Silber, Kupfer und Bronze reagieren dagegen sehr wohl. Ein Fingerabdruck kann sich über Monate buchstäblich in die Oberfläche ätzen. Bei einer Polierten Platte (PP) mit ihrem spiegelnden Feld bleibt ein Fingerabdruck oft dauerhaft sichtbar. Bei einer Münze in Stempelglanz (stgl., englisch BU für Brilliant Uncirculated) verliert die Oberfläche ihren frischen Glanz.

Deshalb gilt für jede Münze ohne Verpackung: Bild und Feld nicht berühren.
So fasst du eine Münze an
- Arbeite über einer weichen Unterlage, zum Beispiel einer Filz- oder Samtmatte oder einem zusammengelegten weichen Tuch. Fällt eine Münze auf einen harten Tisch, bekommt sie eine Randdelle.
- Fass die Münze am Rand an, zwischen Daumen und Zeigefinger. So berührst du weder Bild noch Feld.
- Halte die Münze niedrig über der Matte, nicht hoch über dem Tisch.
- Sprich nicht über einer ungeschützten Münze. Klingt übertrieben, aber winzige Speicheltröpfchen sorgen auf Silber und Kupfer später für Flecken.
- Leg die Münze zurück in Kapsel, Hülle oder Röhre, sobald du fertig bist.
Handschuhe: Baumwolle oder Nitril?
Weiße Baumwollhandschuhe sieht man auf vielen Fotos, sie sind aber nicht immer die beste Wahl. Baumwolle ist glatt, eine Münze rutscht dir damit leichter aus den Fingern. Außerdem hinterlassen sie Fasern und können bei längerem Tragen Hautfett durchlassen.
Nitrilhandschuhe (die dünnen, puderfreien Einweghandschuhe) bieten mehr Grip und lassen nichts durch. Für teure Münzen, Polierte Platten und Barren sind sie eine gute Wahl. Mit sauberen, trockenen Händen und einer Münze, die du am Rand hältst, geht es meistens aber auch gut. Nimm vor allem das, womit du den besten Grip und das sicherste Gefühl hast.
Barren ohne Blister
Einen Barren ohne Verpackung fasst du an den Seiten an, nicht an Vorder- oder Rückseite. Große Silberbarren sind schwer und haben scharfe Kanten. Arbeite deshalb auf einer weichen Unterlage und staple sie nie ohne Zwischenlage aufeinander. Gegossene Barren sind weniger kratzempfindlich als geprägte Barren mit polierter Oberfläche, aber auch sie können Fingerabdrücke bekommen.
Steckt dein Barren in einem Blister oder auf einer Zertifikatskarte (der Karte oder dem Kunststoff, in dem der Barren sitzt), nimm ihn nicht heraus. Ein Barren im ungeöffneten Blister mit dem zugehörigen Zertifikat bringt beim Verkauf oft mehr und lässt sich leichter verkaufen.
Tipp: Mit Fotos in AgAurium musst du deine Münzen nicht jedes Mal aus der Kapsel nehmen, um zu sehen, was du hast. Weniger Anfassen heißt weniger Fingerabdrücke. AgAurium kostenlos testen →
Niemals polieren oder reinigen
Das ist die wichtigste Regel überhaupt: Reinige keine Münzen. Kein Silberputzmittel, keine Zahnpasta, kein Essig und keine Bürste. Polieren trägt eine hauchdünne Metallschicht ab und hinterlässt feine Kratzer. Kenner sehen das sofort, und eine polierte Münze ist oft deutlich weniger wert als eine mit natürlicher Patina.

Anlauffarben (englisch Toning) auf Silber und Kupfer entstehen auf natürliche Weise. Manche Sammler suchen sogar gezielt nach Münzen mit schöner Regenbogenpatina. Lass sie also, wie sie ist.
Ist eine Münze wirklich verschmutzt, etwa mit Erde oder klebrigem Dreck? Dann überlass die Entscheidung einem Fachmann.
Milchflecken: nicht deine Schuld
Auf Silber-Anlagemünzen siehst du manchmal weiße, wolkige Flecken. Das sind Milchflecken (englisch Milk Spots). Sie entstehen meist schon bei der Herstellung durch Rückstände von Reinigungsmitteln auf den Ronden und werden erst nach Monaten oder Jahren sichtbar. Du hast also nichts falsch gemacht, und Reinigen hilft nicht. Für Sammler mindern sie zwar den Wert, am Silberwert selbst ändern sie meist nichts.
Lose Münzen aufbewahren
- Lagere Münzen nie lose aneinander in einem Beutel oder Glas. Sie scheuern und verkratzen.
- Münzröhren sind ideal für Anlagemünzen desselben Typs und derselben Größe.
- Münzkapseln schützen eine einzelne Münze am besten, gerade bei Polierter Platte und Silber.
- Meide Weich-PVC, Gummi und gewöhnliche Pappschachteln. PVC kann einen grünen, klebrigen Belag verursachen. Gummi und manche Kartonsorten enthalten Schwefel, wodurch Silber schneller schwarz wird.

Welche Verpackung für welche Münze am besten ist, liest du in Kapseln, Blister, Slabs und Hüllen erklärt.
So hilft dir AgAurium
Wenn du eine Münze möglichst wenig anfassen willst, möchtest du auch nicht ständig alles aus der Schachtel holen, um nachzusehen, was du hast. In AgAurium erfasst du zu jeder Münze und jedem Barren die Daten: Metall, Feingehalt, Gewicht, Jahr, Hersteller und Verpackung (keine, Blister, Kapsel oder Hülle), dazu ein Foto von Vorder- und Rückseite. Außerdem notierst du, wo das Stück liegt, zum Beispiel „Münzröhre 3“ oder „Tresor“.
Die Fotos zeigen, in welchem Zustand die Münze beim Kauf war. Entsteht später ein Fleck, siehst du den Unterschied sofort. Für Gold, Silber, Platin und Palladium berechnet AgAurium den Wert mit dem aktuellen Kurs, ganz ohne dass du die Münze anfassen musst.
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