0-Euro-Scheine sammeln: was sie sind, wie du die Seriennummer liest und wie du sie aufbewahrst

Du siehst sie an der Kasse eines Museums, eines Zoos oder einer Burg: lilafarbene Scheine mit einer großen 0. Sie sehen aus wie echte Euro-Scheine, aber bezahlen kannst du damit nicht. Trotzdem füllen Tausende Sammler ganze Alben damit. Die Scheine sind schön gemacht, günstig, und jede Sehenswürdigkeit hat ihr eigenes Motiv.

Was ist ein 0-Euro-Schein?

Ein 0-Euro-Schein ist ein Souvenirschein mit einem Nennwert von null Euro. Die Idee stammt von dem Franzosen Richard Faille. Die ersten Scheine erschienen 2015 in Frankreich. Inzwischen gibt es Tausende Motive aus Dutzenden Ländern, vom Eiffelturm bis zum Trabi-Museum in Berlin.

  • Kein Zahlungsmittel. Keine Zentralbank gibt sie aus, und du kannst nirgends damit bezahlen.
  • Gedruckt von einer echten Banknotendruckerei. Die französische Druckerei Oberthur Fiduciaire, die auch Euro-Banknoten drucken darf, stellt sie auf baumwollhaltigem Sicherheitspapier her.
  • Sicherheitsmerkmale. Dazu gehören ein Wasserzeichen, ein Hologramm, ein Sicherheitsfaden, Mikroschrift und Details, die unter UV-Licht leuchten.
  • Größe: 135 × 74 mm, etwas größer als ein 20-Euro-Schein.
  • Preis: An der Sehenswürdigkeit selbst kostet ein neuer Schein meist ein paar Euro. Oft geht ein Teil des Erlöses an die Einrichtung, die den Schein bestellt hat.
Ein 0-Euro-Schein aus Interlaken wird mit weißen Handschuhen gehalten

Die Seriennummer lesen

Rechts unten steht auf jedem Schein eine Seriennummer aus vier Buchstaben und sechs Ziffern, zum Beispiel XEAK002263. Das ist kein Zufallscode:

TeilBeispielBedeutung
1. BuchstabeXMeist das Ausgabeland, mit dem alten Länderbuchstaben der Euro-Banknoten. Zum Beispiel X für Deutschland, U für Frankreich und N für Österreich.
2. BuchstabeEImmer ein E, der Code der Druckerei.
3. und 4. BuchstabeAKDer Auftraggeber, der die Serie bestellt hat.
Ziffern002263Die laufende Nummer innerhalb der Auflage.

Der Länderbuchstabe wird nicht immer eingehalten. So tragen zum Beispiel sowohl der Brandaris-Leuchtturm in den Niederlanden als auch der Faro della Vittoria in Triest UEPL. Schweizer Scheine sind eine Ausnahme: Dort beginnt die Seriennummer mit CH, ohne E.

Neben der 0 steht eine kleine Ausgabe, etwa 2022-4. Das ist das Jahr mit der Nummer des Motivs. Bringt eine Sehenswürdigkeit im selben Jahr ein zweites Motiv heraus, heißt das zum Beispiel 2022-2.

Welche Scheine sind gesucht?

Die meisten 0-Euro-Scheine kaufst du aus Freude am Sammeln. Eine Auflage umfasst meist 5.000 oder 10.000 Stück, manchmal weniger. Manche Scheine werden trotzdem deutlich mehr wert:

  • Frühe Motive aus den ersten Jahren.
  • Kleine Auflagen und Serien, die schnell ausverkauft waren.
  • Niedrige und besondere Nummern, etwa 000001 oder eine Spiegelnummer wie 002002.
  • Jubiläums- und Sonderausgaben. 2020 bekam ein Teil der Scheine den Aufdruck „ANNIVERSARY 2020“, der nur unter UV-Licht sichtbar ist.
  • Scheine mit Unterschrift von Richard Faille.
  • Fehldrucke, etwa ein falsch geschriebener Titel. Manchmal wurde eine solche Serie zurückgerufen und neu gedruckt, dann ist der Fehldruck gesucht.

Achte auch auf Kopien. Es sind Fälschungen im Umlauf, vor allem online. Kaufe teure Scheine nur bei einem zuverlässigen Verkäufer und vergleiche Wasserzeichen und Hologramm mit einem echten Schein.

Tipp: Trag die Ausgabe, etwa 2022-4, in die Notizen ein und die Seriennummer in das Feld Seriennummer. Diese Seriennummer siehst nur du, auch wenn du die Sammlung teilst. AgAurium kostenlos testen →

Wo kaufst du sie?

  • An der Sehenswürdigkeit selbst, meist an der Kasse oder im Shop. Dort ist es am günstigsten.
  • Bei Händlern und Sammlern, wenn ein Schein vor Ort ausverkauft ist.
  • Auf Börsen für Münzen und Papiergeld.
  • Online, etwa bei eBay oder Kleinanzeigen. Lass dir ein deutliches Foto der Seriennummer und der Ausgabe zeigen.

Mehr zum Einstieg in Banknoten, etwa zu Katalogen und wo du in Deutschland kaufst, liest du in Banknoten sammeln anfangen.

So bewahrst du sie auf

0-Euro-Scheine sind einfach Papier. Es gelten also dieselben Regeln wie bei echten Banknoten: nicht falten, keine Büroklammern und immer flach aufbewahren.

Leere Hüllen neben einem Stapel 0-Euro-Scheine in Hüllen und einem losen Brandaris-Schein
  • Eine Hülle pro Schein. Wähle Polyester, Polypropylen oder Hart-PVC ohne Weichmacher, nie Weich-PVC. Eine Innengröße von 140 × 80 mm ist für 0-Euro-Scheine gemacht.
  • Danach in ein Album oder eine Box, stehend oder liegend, ohne Licht.
  • Fass sie an den Rändern an, mit sauberen, trockenen Händen oder dünnen Handschuhen.
  • Lass den Hologrammstreifen in Ruhe. Kratzer und Fingerabdrücke auf dem Hologramm sieht man sofort.
Ein Stapel 0-Euro-Scheine, jeder in einer eigenen durchsichtigen Hülle

Wie du Hüllen auswählst und was du nie tun solltest, liest du ausführlich in Banknoten ohne Schäden aufbewahren.

Deine 0-Euro-Scheine in AgAurium erfassen

Wer einmal anfängt, hat schnell hundert Scheine. Dann ist es schwer, sich zu merken, welche man schon hat. In AgAurium erfasst du jeden Schein mit einem Foto von Vorder- und Rückseite. AgAurium kann den Text auf dem Foto lesen und Felder wie Seriennummer und Jahr für dich ausfüllen. Die Ausgabe, etwa 2022-4, trägst du in die Notizen ein.

Die Seriennummer siehst nur du. Teilst du deine Sammlung, sieht die andere Person sie nicht. Denk aber daran, dass die Nummer auf einem Foto oft lesbar ist. Mit der Suche siehst du auf einer Börse in Sekunden, ob du einen Schein schon hast. Beim Aufbewahrungsort notierst du zum Beispiel „Album 3, Blatt 12“.

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