Banknoten sammeln anfangen: Themen, Kataloge und wo du in Deutschland Scheine findest

Banknoten erzählen Geschichte auf eine sehr direkte Art. Ein Schein über eine Milliarde Mark aus dem Jahr 1923 zeigt die Inflation besser als jedes Schulbuch. Dazu kommt: Viele Scheine sind noch gut erhältlich, und für den Anfang brauchst du kaum Ausrüstung. In diesem Artikel geht es darum, welche Themen sich anbieten, welche Kataloge du brauchst und wo du in Deutschland Banknoten findest.

Wähl ein Thema

Gerade in Deutschland ist die Auswahl groß, weil sich die Währung im 20. Jahrhundert mehrmals geändert hat. Ein paar Ideen:

  • Mark des Kaiserreichs und der Weimarer Republik: Reichsbanknoten und die Inflationsscheine von 1922 und 1923. Viele davon wurden in riesigen Mengen gedruckt und sind deshalb gut zu bekommen.
  • Notgeld: Scheine, die Städte, Gemeinden und Firmen in Notzeiten selbst ausgegeben haben. Ein ideales Thema, wenn du dich für deine Region interessierst. Dazu gehören auch die bunten Serienscheine der frühen 1920er Jahre.
  • D-Mark: die Scheine der Bank deutscher Länder und der Deutschen Bundesbank. Viele Familien haben davon noch einige in der Schublade. D-Mark-Scheine kannst du übrigens weiterhin bei der Bundesbank umtauschen, deshalb lohnt es sich, vorher zu prüfen, ob ein Schein für Sammler mehr wert ist.
  • Mark der DDR: ein abgeschlossenes Gebiet mit überschaubarer Anzahl an Scheinen.
  • Euro-Banknoten: auf den ersten Blick alle gleich, für Sammler aber voller Unterschiede. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.
  • 0-Euro-Souvenirscheine: Andenken zu Städten, Ereignissen und Sehenswürdigkeiten.
  • Ausländische Banknoten: zum Beispiel aus Ländern, die du bereist hast, oder zu einem Motiv wie Tiere oder Schiffe.

Euro-Scheine genauer anschauen

Wer Euro-Banknoten sammelt, achtet auf die Kennungen. Bei der ersten Serie zeigt der erste Buchstabe der Seriennummer, welche nationale Zentralbank den Schein in Auftrag gegeben hat. Deutschland hat den Buchstaben X. Auf der Vorderseite steht außerdem ein kleiner Code wie R001A1, dessen erster Buchstabe die Druckerei angibt.

Bei der Europa-Serie, der zweiten Serie, hat sich das geändert. Hier gibt der erste Buchstabe der Seriennummer die Druckerei an. Welcher Buchstabe zu welcher Druckerei gehört, steht auf der Website der Europäischen Zentralbank. Manche Sammler versuchen, von jedem Schein jede Druckerei zu bekommen. Andere sammeln besondere Seriennummern.

Die 0-Euro-Scheine sind kein Zahlungsmittel. Es sind Souvenirs, die auf Banknotenpapier mit Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen und Hologramm gedruckt werden. Sie sind ein günstiges und buntes Sammelgebiet. Ein Wertzuwachs ist aber nicht garantiert, auch wenn das in Angeboten manchmal anders klingt. Mehr zu Seriennummer, gesuchten Scheinen und Aufbewahrung liest du in 0-Euro-Scheine sammeln.

Die richtigen Kataloge

Ein Katalog zeigt dir, welche Scheine es gibt, welche Varianten wichtig sind und was sie in welcher Erhaltung ungefähr kosten.

KatalogWofür
Die deutschen Banknoten ab 1871 (Hans-Ludwig Grabowski, Battenberg)Deutsche Scheine vom Kaiserreich bis zum Euro. Unter Sammlern oft „der Rosenberg“ genannt, nach dem früheren Mitautor Holger Rosenberg.
Standard Catalog of World Paper MoneyBanknoten aus aller Welt, auf Englisch. Die Nummern heißen nach dem Begründer Albert Pick oft „Pick-Nummern“.

Viele Händler geben die Rosenberg-Nummer (Ros.-Nr.) oder die Pick-Nummer an. So weißt du genau, welcher Schein gemeint ist. Für Notgeld gibt es eigene Spezialkataloge, nach denen du im Fachhandel oder im Verein fragen kannst.

Tipp: Fotografiere jeden neuen Schein von beiden Seiten und lass AgAurium Seriennummer und Jahr vom Foto ablesen. So erfasst du auch einen großen Stapel Notgeld oder Euro-Scheine in kurzer Zeit. AgAurium kostenlos testen →

Wo du Banknoten findest

  • Münz- und Banknotenhändler. Viele Münzhändler führen auch Banknoten. Mitglieder des Berufsverbands des Deutschen Münzenfachhandels verpflichten sich, nur echte Münzen, Medaillen und Banknoten anzubieten.
  • Börsen und Messen. Auf Münzbörsen gibt es fast immer auch Händler mit Banknoten. Dort kannst du die Scheine in der Hand ansehen und Preise vergleichen.
  • Auktionen. Bei Auktionshäusern wie Christoph Gärtner werden neben Briefmarken und Münzen auch Banknoten versteigert. Achte auf das Aufgeld zusätzlich zum Zuschlag.
  • Vereine. Der DGW e.V. (Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler) ist ein überregionaler Verein für Sammler von Geldscheinen, Notgeld und historischen Wertpapieren und veranstaltet regelmäßig Sammlertreffen. International gibt es die International Bank Note Society (IBNS). Auch in vielen örtlichen Münzvereinen sind Banknotensammler aktiv.
  • Online. Auf Plattformen wie eBay und Kleinanzeigen findest du viel, von einzelnen Scheinen bis zu ganzen Sammlungen. Achte auf scharfe Fotos von beiden Seiten und eine klare Angabe der Erhaltung.
Eine Sammlung von Münzen und Banknoten auf einem Tisch mit einer Lupe

Worauf du beim Kauf achtest

Erhaltung

Bei Banknoten macht die Erhaltung einen großen Teil des Preises aus. Ein kassenfrischer Schein (UNC) ohne jeden Knick kann ein Vielfaches eines gebrauchten Exemplars kosten. Schau besonders auf:

  • Knicke und Falten, auch ganz leichte in der Mitte oder an den Ecken.
  • Risse, Löcher und Nadelstiche, zum Beispiel von früheren Heftklammern.
  • Flecken, Schrift und Stempel auf dem Schein.
  • Gewaschene oder gepresste Scheine. Das Papier wirkt dann oft zu glatt und hat keine Struktur mehr. Ehrlich gebrauchte Scheine werden meist höher bewertet.

Eine Übersicht der Erhaltungsstufen findest du in Erhaltung bestimmen.

Halte einen Schein schräg gegen das Licht. Knicke, die auf dem Foto unsichtbar sind, siehst du so sofort.

Fälschungen und Nachdrucke

Auch bei Banknoten gibt es Fälschungen. Daneben werden Repliken und Nachdrucke alter Scheine als Souvenir verkauft, die später manchmal als echt angeboten werden. Achte auf Papier, Wasserzeichen und Druckqualität, und vergleiche mit einem sicheren Exemplar oder den Abbildungen im Katalog. Bei Euro-Scheinen hilft die Methode „Fühlen, Sehen, Kippen“ der Deutschen Bundesbank. Teure Scheine kaufst du besser bei einem Händler, der für die Echtheit einsteht.

Aufbewahrung

Sobald du die ersten Scheine hast, gehören sie in eine passende Hülle aus Polyester oder Polypropylen, nicht in Weich-PVC. Wie du Scheine richtig anfasst und aufbewahrst, liest du in Banknoten aufbewahren ohne Schäden.

So hilft dir AgAurium

Banknoten sind schnell gesammelt, aber schwer zu überblicken. Gerade bei Notgeld oder Euro-Scheinen mit verschiedenen Kennungen verlierst du ohne Liste den Überblick. In AgAurium erfasst du jeden Schein mit Land, Jahr, Nennwert, Seriennummer und Erhaltung. Bei Banknoten kann AgAurium den Text auf einem Foto lesen und Felder wie Seriennummer und Jahr für dich ausfüllen.

In den Notizen hältst du die Katalognummer und Besonderheiten fest, zum Beispiel die Druckerei oder eine besondere Seriennummer. Mit Fotos von Vorder- und Rückseite, Kaufpreis, Kaufbeleg und Aufbewahrungsort wie „Album 1, Blatt 8“ hast du alles an einem Ort.

AgAurium ist kostenlos und werbefrei und wird durch Spenden von Nutzerinnen und Nutzern getragen.

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