Briefmarken aufbewahren und richtig anfassen: Pinzette, Album, Falz und Ablösen

Eine Briefmarke ist klein, dünn und dafür gemacht, auf einen Umschlag geklebt zu werden. Genau deshalb ist sie empfindlich. Ein umgeknickter Zahn, ein fettiger Fingerabdruck auf der Gummierung oder ein Falz auf einer postfrischen Marke: Das scheint wenig, macht für Sammler aber einen großen Unterschied. Mit ein paar festen Gewohnheiten bleiben deine Marken in dem Zustand, in dem du sie bekommen hast.

Immer mit der Briefmarkenpinzette

Die wichtigste Regel: Fass eine Briefmarke nie mit den Fingern an. Auf deiner Haut sitzen Fett und Feuchtigkeit. Beides zieht ins Papier und in die Gummierung ein und sorgt später für Flecken oder eine glänzende Stelle auf der Rückseite. Außerdem knickst du mit den Fingern schnell einen Zahn um.

Nimm deshalb eine Briefmarkenpinzette. Das ist eine Pinzette mit flachen, abgerundeten Spitzen ohne Riffelung. Sie hält die Marke sanft fest, ohne das Papier zu beschädigen. Greif die Marke am besten am Rand oder an einer Ecke, nicht mitten im Markenbild.

  • Wähl eine Pinzette mit glatten, flachen Spitzen. Scharfe, spitze oder geriffelte Pinzetten hinterlassen Dellen und Löcher.
  • Arbeite auf einer sauberen, ebenen Unterlage und nicht über einem offenen Album, damit eine herunterfallende Marke nicht zwischen den Seiten verschwindet.
  • Atme und sprich nicht über offenen Marken. Winzige Feuchtigkeitströpfchen hinterlassen Flecken auf der Gummierung.

Mehr über Pinzetten, Lupen und anderes nützliches Zubehör liest du in Zubehör für Sammler.

Postfrisch, ungebraucht oder gestempelt

Für den Wert ist es wichtig zu wissen, in welchem Zustand eine Marke ist. Es gibt drei Hauptgruppen:

ZustandWas es bedeutet
PostfrischUngebraucht, mit unberührter Originalgummierung. Kein Falz, keine Falzspur.
Ungebraucht (mit Falz)Nicht für die Post verwendet, aber auf der Rückseite war ein Falz. Oft siehst du noch einen Rest oder eine Spur in der Gummierung.
GestempeltFür die Post verwendet und mit einem Poststempel versehen.

Bei modernen Marken ist postfrisch meist der Standard und deshalb am gefragtesten. Bei alten, seltenen Marken kann auch ein gestempeltes Exemplar viel wert sein, vor allem mit einem schönen, klaren Stempel. Daneben gibt es manchmal Marken ohne Gummierung: ungebraucht, aber die Gummierung ist weg, zum Beispiel durch Ablösen.

Gummierung, Zähnung und Wasserzeichen

Drei Begriffe begegnen dir immer wieder, wenn du Marken beurteilst.

Gummierung

Die Gummierung ist die Klebeschicht auf der Rückseite. Bei postfrischen Marken zählt ihr Zustand stark. Fingerabdrücke, Feuchtigkeitsflecken, eine Falzspur oder rissige Gummierung senken den Wert.

Zähnung

Die Zähnung ist die Reihe von Löchern oder Zähnen am Rand, an der die Marken vom Bogen getrennt wurden. Fehlende oder kurze Zähne und umgeknickte Ecken gelten als Mängel. Bei manchen Ausgaben gibt es Varianten mit einer anderen Zähnung. Die misst du mit einem Zähnungsschlüssel, der anzeigt, wie viele Zähne auf 2 Zentimetern sitzen.

Wasserzeichen

Viele ältere Marken sind auf Papier mit einem Wasserzeichen gedruckt. Manchmal ist das Wasserzeichen der einzige Unterschied zwischen einer gewöhnlichen und einer seltenen Variante. Oft siehst du es schon, wenn du die Marke mit der Bildseite nach unten auf eine dunkle Unterlage legst. Es gibt auch spezielle Wasserzeichensucher.

Briefmarken unter einer Lupe betrachtet

Einsteckbuch oder Album mit Klemmtaschen

Es gibt zwei gängige Arten, Marken aufzubewahren.

Ein Einsteckbuch hat Seiten mit durchsichtigen Streifen, hinter die du die Marken schiebst. Es ist flexibel: Du kannst Marken leicht umstecken und ordnen. Für eine Sammlung, die noch wächst, oder für Marken, die du noch sortieren musst, ist es ideal.

Ein Album mit Klemmtaschen hat vorgedruckte Seiten nach Land oder Zeitraum. Jede Marke bekommt ihre eigene Klemmtasche: eine Hülle aus durchsichtigem Kunststoff mit schwarzer oder klarer Rückseite, die du auf die Seite klebst. Die Marke selbst kommt nicht mit dem Kleber in Berührung. So bleiben postfrische Marken postfrisch, und deine Sammlung sieht ordentlich aus.

Ein aufgeschlagenes Briefmarkenalbum mit bunten Marken

Achte bei beiden auf das Material. Wähl Streifen aus Polyester oder Polypropylen und säurefreies Papier. Meide Weich-PVC: Es gibt Weichmacher ab, die Gummierung und Druckfarbe angreifen können. Ein altes Album vom Dachboden mit schlaffen, schmierig wirkenden Streifen tauschst du besser aus.

Tipp: Halte in AgAurium für jede Marke fest, ob sie postfrisch, ungebraucht mit Falz oder gestempelt ist, und speichere ein Foto der Rückseite. So siehst du später sofort, ob die Gummierung beim Kauf noch unversehrt war. AgAurium kostenlos testen →

Falze: Warum sie Wert kosten

Früher wurden Marken mit kleinen Falzen (auch Klebefalze genannt) ins Album geklebt. Ein Falz ist ein gummiertes Papierstückchen, das du in der Mitte faltest: eine Hälfte auf die Marke, die andere auf die Albumseite. Falze werden immer noch verkauft, und für gestempelte Marken sind sie kein Drama.

Bei postfrischen Marken hinterlässt ein Falz aber eine bleibende Spur in der Originalgummierung. Ab diesem Moment ist die Marke nicht mehr postfrisch, sondern „ungebraucht mit Falz“. Das kann einen großen Teil des Werts kosten. Nimm für ungebrauchte Marken also immer ein Einsteckbuch oder Klemmtaschen.

Hast du Marken mit alten Falzen? Zieh sie nicht ab. Dabei reißt leicht eine dünne Papierschicht mit. Lass sie dran, oder frag jemanden mit Erfahrung um Rat.

Licht, Feuchtigkeit und Temperatur

Papier, Druckfarbe und Gummierung reagieren empfindlich auf ihre Umgebung:

  • Licht lässt Farben verblassen. Bewahre Alben geschlossen in einem Schrank auf, nicht aufgeschlagen in der Sonne.
  • Feuchtigkeit führt zu braunen Stockflecken (Foxing), Schimmel und klebriger Gummierung. Postfrische Marken können in feuchter Umgebung sogar am Streifen oder aneinander festkleben.
  • Zu trocken oder zu warm macht die Gummierung spröde, sodass sie reißt und das Papier mitzieht.

Stell Alben aufrecht in einen Schrank im Wohn- oder Schlafzimmer, nicht auf den Dachboden oder in den Keller. Aufrecht verhindert, dass die Seiten unter Druck aneinanderkleben. Mehr zum richtigen Ort liest du in Der beste Ort für deine Sammlung.

Ablösen: ja oder nein?

Viele gestempelte Marken findest du auf einem Stück Umschlag. Ob du sie ablöst, hängt von der Marke ab.

  • Lass Marken im Zweifel auf dem Briefstück. Eine Marke auf einem Stück Umschlag (auf Briefstück) oder auf einem ganzen Umschlag ist manchmal gerade interessanter, zum Beispiel wegen eines besonderen Stempels. Viele Sammler bewahren solche Marken bewusst so auf.
  • Alte, gewöhnliche Marken auf Papier kannst du in lauwarmem, sauberem Wasser ablösen. Leg das Papier mit der Marke nach oben ins Wasser und warte, bis sich die Marke von selbst löst. Zieh nicht daran. Lass sie danach flach zwischen Löschpapier trocknen.
  • Farbiges Papier und Umschläge können im Wasser abfärben. Weiche sie getrennt ein.
  • Selbstklebende moderne Marken verhalten sich anders. Der Kleber löst sich in Wasser oft nicht, und die Marke kann beschädigt werden. Weiche sie nicht ein, solange du nicht weißt, wie sich diese Ausgabe dabei verhält. Im Zweifel: auf dem Briefstück lassen.
  • Ungebrauchte Marken mit Gummierung weichst du nie ein. Sonst verschwindet die Gummierung und mit ihr ein großer Teil des Werts.

So hilft dir AgAurium

Ein gutes Album zeigt, was du hast, aber nicht, was du dafür bezahlt hast, wo du es gekauft hast oder in welchem Zustand die Gummierung war. In AgAurium erfasst du für jede Briefmarke Land, Jahr, Nennwert und Erhaltung: Postfrisch, Ungebraucht (mit Falz) oder Gestempelt. Mit einem Foto von Vorder- und Rückseite siehst du später, ob die Gummierung noch dieselbe ist.

In den Notizen hältst du Besonderheiten wie Zähnung, Wasserzeichen oder Stempel fest, und beim Aufbewahrungsort notierst du zum Beispiel „Einsteckbuch 3, Seite 12“. So findest du eine Marke wieder, ohne alle Alben durchzublättern, und musst sie auch seltener anfassen.

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