Feingewicht, Feingehalt und Karat: So berechnest du, was dein Gold und Silber wert ist

Ein Goldring mit 10 Gramm enthält so gut wie nie 10 Gramm Gold. Und eine Silbermünze zu 1 Unze wiegt meist mehr als 1 Unze. Um zu wissen, was dein Edelmetall wert ist, musst du drei Begriffe kennen: Rohgewicht, Feingehalt und Feingewicht. Bei Gold kommt noch Karat dazu.

Rohgewicht, Feingehalt und Feingewicht

  • Rohgewicht (auch Bruttogewicht) ist das, was das Stück auf der Waage wiegt.
  • Feingehalt gibt an, welcher Anteil davon Edelmetall ist. Er wird meist in Tausendsteln angegeben: 999 bedeutet 999 von 1000 Teilen, also 99,9 Prozent.
  • Feingewicht ist die Menge an reinem Edelmetall im Stück. Dafür bezahlst du, wenn es um den Metallwert geht.

Die Formel ist einfach:

Feingewicht = Rohgewicht × Feingehalt ÷ 1000

Beispiel: Ein Krugerrand wiegt 33,93 Gramm und hat einen Feingehalt von 916,7. Das Feingewicht beträgt 33,93 × 916,7 ÷ 1000 = 31,10 Gramm Gold, also genau 1 Feinunze. Der Rest ist Kupfer, das die Münze härter und kratzfester macht.

Feinunze und Gramm

Edelmetall wird international pro Feinunze (Troy Ounce) gehandelt. Eine Feinunze entspricht 31,1035 Gramm. Das ist etwas anderes als die gewöhnliche Unze aus Rezepten (28,35 Gramm). Steht „1 oz“ auf einer Münze oder einem Barren, ist immer die Feinunze gemeint, und fast immer das Feingewicht.

Karat: Gold in 24 Teilen

Bei Gold wird der Feingehalt oft in Karat angegeben. Reines Gold hat 24 Karat. Jedes Karat steht für ein Vierundzwanzigstel.

KaratFeingehalt (Punze)GoldanteilWo du es findest
24 Karat99999,9 %Anlagebarren, viele moderne Anlagemünzen
22 Karat91691,7 %Krugerrand, Sovereign, American Eagle
18 Karat75075 %Schmuck, Uhren
14 Karat58558,5 %Schmuck, in den Niederlanden am häufigsten
10 Karat41741,7 %Schmuck, vor allem in den USA
9 Karat37537,5 %Schmuck, vor allem in Großbritannien
8 Karat33333,3 %Schmuck, vor allem in Deutschland

Die Umrechnung: Feingehalt = Karat ÷ 24 × 1000. 18 Karat sind also 18 ÷ 24 × 1000 = 750.

Was steckt außer Gold noch drin?

Reines Gold ist weich. Für Schmuck und viele Münzen wird es deshalb mit anderen Metallen legiert. Diese bestimmen auch die Farbe:

  • Gelbgold: Gold mit Silber und Kupfer.
  • Rotgold oder Roségold: Gold mit relativ viel Kupfer.
  • Weißgold: Gold mit Palladium oder Nickel, oft mit einer dünnen Rhodiumschicht für den weißen Glanz. Nickel kann allergische Reaktionen auslösen, deshalb verwenden viele Juweliere Palladium.
  • Grüngold: Gold mit viel Silber.

Diese anderen Metalle zählen nicht zum Goldwert. Ein Ring mit 14 Karat besteht zu 41,5 Prozent aus etwas anderem als Gold.

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Silber, Platin und Palladium

Auch Silber gibt es in verschiedenen Feingehalten:

  • 999 bei Anlagemünzen und Barren
  • 958 bei Britannia-Silber
  • 925 (Sterlingsilber) bei Schmuck und Besteck
  • 900, 835, 800 und 720 bei älteren Münzen und Silberwaren. Die niederländischen Silbergulden und Rijksdaalder aus dem letzten Jahrhundert haben zum Beispiel einen Feingehalt von 720.

Bei Platin und Palladium findest du vor allem 999 oder 9995 bei Barren und Münzen und 950 bei Schmuck.

Rechenbeispiel: Was ist ein Ring wert?

Angenommen, du hast einen Ring mit 14 Karat, der 5 Gramm wiegt, ohne Stein. Und angenommen, Gold kostet 100 € pro Gramm (ein runder Beispielbetrag; der echte Kurs ändert sich täglich).

  1. Feingewicht: 5 × 585 ÷ 1000 = 2,93 Gramm Gold
  2. Metallwert: 2,93 × 100 € = 293 €

Zwei Anmerkungen:

  • Beim Verkauf bekommst du weniger als den Metallwert. Ein Ankäufer muss das Gold einschmelzen und scheiden lassen und will daran etwas verdienen. Du bekommst also einen Prozentsatz des Metallwerts. Vergleich mehrere Ankäufer.
  • Ein Schmuckstück kann mehr wert sein als sein Metall. Bei Markenstücken, Antiquitäten oder schöner Handarbeit liegt der Sammlerwert manchmal deutlich über dem Schmelzwert. Lass solche Stücke zuerst schätzen.
Ein goldenes Schmuckstück wird mit Lupe und Pinzette begutachtet

Karat bei Edelsteinen ist etwas anderes

Verwirrend, aber wichtig: Bei Edelsteinen ist Karat (ct) ein Gewicht, kein Feingehalt. Ein Karat sind 0,2 Gramm. Ein Diamant mit 0,5 ct wiegt also 0,1 Gramm. Wiegst du ein Schmuckstück mit Steinen, steckt das Gewicht der Steine im Rohgewicht. Für den Metallwert ziehst du es ab, oder du lässt einen Juwelier das Metall separat wiegen.

Punzen erkennen

Auf den meisten Gold- und Silberschmuckstücken findest du eine Feingehaltspunze, zum Beispiel 585, 750 oder 925. Oft kommen noch weitere Punzen hinzu, etwa ein Herstellerzeichen. Schau mit einer Lupe mit 10-facher Vergrößerung hin (siehe Zubehör für Sammler). Achte auf Stempel wie GP (gold plated), GF (gold filled), RGP oder Doublé: Dann handelt es sich um eine Goldschicht über einem anderen Metall, mit nur geringem Goldwert.

AgAurium rechnet es für dich aus

Diese Rechnerei musst du nicht selbst machen. In AgAurium gibst du für jedes Stück das Gewicht (in Gramm oder Feinunzen) und den Feingehalt ein. Bei Gold kannst du auch das Karat eintragen: AgAurium rechnet den Feingehalt dann automatisch aus, und umgekehrt. AgAurium berechnet das Feingewicht und mit dem aktuellen Kurs von Gold, Silber, Platin oder Palladium den aktuellen Wert. Außerdem siehst du Gewinn oder Verlust gegenüber deinem Kaufpreis.

Bei Schmuck erfasst du für jeden Stein oder jede Perle die Art, die Anzahl, das Gewicht in Karat, den Schliff, die Farbe und die Reinheit. So hältst du Metall und Steine sauber auseinander. Ganz oben siehst du für jedes Metall das gesamte Feingewicht deiner Sammlung.

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